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Anrede
vielen Dank für Ihre E-Mail, in der Sie die Bedeutung der Erneuerbaren Energien bzw. der Atomkraft für die zukünftige Energieversorgung Deutschlands thematisiert haben. Gerne nehme ich die sich bietende Gelegenheit wahr, auf die Ihrerseits angesprochenen Fragen zu antworten, denn das Thema der Energiepolitik ist für uns alle von wesentlicher Bedeutung.
Ein erklärtes energiepolitisches Ziel der CDU Deutschlands besteht darin, die Erneuerbaren Energien den Hauptanteil an unserer Energieversorgung übernehmen zu lassen. Die Grundlage der hochindustrialisierten Volkswirtschaft in Deutschland kann nur eine wirtschaftliche, sichere und umweltverträgliche Energieversorgung sein. Europa und Deutschland brauchen derzeit und zunächst auch zukünftig aber einen breiten Energiemix, der nicht einseitig auf einen Energieträger setzt. Der erforderliche Mix verschiedener Energieformen soll die fossilen Energieträger ebenso umfassen wie die unverzichtbaren Erneuerbaren Energien und die Kernenergie. Dabei sollen die konventionellen Energieträger so zügig wie möglich durch die Erneuerbaren Energien ersetzt werden.
Die Kohle leistet seit geraumer Zeit den größten Beitrag zur Stromerzeugung in Deutschland. Die subventionsfreie Braunkohle erzeugt zusammen mit der Kernenergie über 90 Prozent der so genannten Grundlast und bildet damit das preis und versorgungssichere Fundament unserer Stromnetzes. Braunkohle ist ein kostengünstiger und grundlastfähiger Energieträger, der in Deutschland mindestens noch 200 Jahre zur Verfügung stehen wird. Unabdingbar ist aus diesem Grund der Bau von neuen und effizienteren Kohlekraftwerken, die alte Kraftwerke mit geringerer Wirkung ersetzen und somit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten.
Ohne den Neubau von Kohlekraftwerken, so die Warnung der Deutschen Energie-Agentur, gäbe es in Deutschland bis zum Jahr 2020 massive Kapazitätsengpässe, die mit (Atom-)Stromimporten ausglichen werden müssten. Dies hätte vor allem massive Strom Preissteigerungen zur Folge. An der Stromerzeugung mit Kohle führt deshalb aus meiner Sicht zumindest für die nächste Kraftwerksgeneration kein Weg vorbei.
Daneben wird der Ausbau der Erneuerbaren Energien von zentraler Bedeutung sein. CDU und CSU werden sich auch in den kommenden Jahren dafür einsetzen, den erfolgreichen Weg Deutschlands in das regenerative Zeitalter weiter voranzugehen. Unser Land soll seine führende Rolle in der Technologie der Erneuerbaren Energien ausbauen. Deshalb werden wir den Ausbau dieser innovativen Energiebranche weiter fördern. Unser Ziel ist es, die Erneuerbaren Energien so schnell wie möglich markt- und speicherfähig zu machen.
Erneuerbare Energien bieten große Chancen für umweltbewusstes und klimaschonendes Wachstum, für innovative Wirtschaftsfelder und für viele neue Arbeitsplätze. Wir haben uns ehrgeizige Ziele im Bereich des Ausbaus der Erneuerbaren Energien gesetzt. Bis zum Jahr 2020 will die CDU in Deutschland einen Anteil von mindestens 20 Prozent am Gesamtenergieverbrauch und von mindestens 30 Prozent bei der Stromerzeugung erreichen. Unser langfristiges Ziel ist, dass die erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2050 den Hauptanteil an der Energiebereitstellung in Deutschland tragen.
Gleichwohl ist die Kernenergie solange unverzichtbar, bis sie durch die Erneuerbaren Energien verlässlich ersetzt werden kann. Die großen umweltpolitischen Ziele (wie zum Beispiel erträgliche Energiepreise und eine geringere Abhängigkeit vom Ausland) sind ohne Kernenergie derzeit noch nicht zu erreichen. Insofern ist auch eine Verlängerung der Laufzeiten von sicheren deutschen Atomkraftwerken unter strikter Einhaltung der strengen deutschen und internationalen Sicherheitsstandards nicht zu vermeiden. Dabei wird aber das Neubauverbot im deutschen Atomgesetz bestehen bleiben: Den Bau von neuen Kernkraftwerken lehnen wir strikt ab.
Die umweit- und energiepolitische Diskussion ist für unsere Zukunft überaus bedeutsam. Deshalb danke ich Ihnen dafür, dass Sie sich die Zeit genommen haben, mir Ihre Gedanken zu diesem wichtigen Thema mitzuteilen. Gerne stehe ich Ihnen auch zukünftig für diese Fragen als politischer Ansprechpartner in Berlin zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Volkmar Klein MdB