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auf aktuelle politische Entscheidungen.
Anrede
die Problematik, dass der Nukleartechnik sehr langfristige Gefahren für Umwelt und Gesundheit innewohnen, welche insbesondere die letztliche Einlagerung der Rückstände als ‚ergebnisoffenen’ Prozess definieren, mag dazu veranlassen, die Einführung der Kernenergie rückblickend mit Skepsis zu betrachten.
Aber der historische Einstieg in die Kerntechnik als Stromerzeugungstechnologie ist nun einmal eng verwoben mit der wirtschaftlichen und damit letztlich auch sozialen Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland in den letzten 50 Jahren; sie ist nicht ungeschehen zu machen. Daher stellt sich für mich heute weniger die Frage nach der Kernenergie schlechthin, sondern eher die pragmatische Herausforderung, wie mit den vorhandenen nuklearen Stromerzeugungskapazitäten wirtschaftlich und industriepolitisch möglichst effizient umgegangen werden kann. Wie Sie wissen, befürworte ich grundsätzlich eine Laufzeitverlängerung für bestehende Anlagen, sofern es deren Sicherheit, die an transparenten und möglichst objektiven Kriterien zu messen ist, zulässt.
Andererseits verdient der Umstand Beachtung, dass die aus technischen Gründen geringe Flexibilität der Kernkraftwerke, verbunden mit der zentralistischen Logik der großen Energiekonzerne, in einem Spannungsfeld steht zur Entwicklung dezentraler Stromerzeugungstechnologien im Bereich der erneuerbaren Energien. Der Bundesumweltminister ist auf der Suche nach einem integrativen Ansatz, der all diese Gesichtspunkte umfasst und der Zielsetzung verpflichtet ist, den Ausbau erneuerbarer Energien zur Stromerzeugung auf gesamtwirtschaftlich sinnvolle und technisch innovative Weise voranzutreiben.
Das von Ihnen skizzierte Ziel einer umfassenden Vollversorgung mit ausschließlich erneuerbaren Energien halte ich auf absehbare Zeit für pures Wunschdenken. Zwar ist eine solche Zielsetzung sinnvoll, gleichwohl ist die Zielerreichung einstweilen utopisch.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Hans-Peter Uhl, MdB